Zero Waste: Zahnpasta & Mundwasser - natürlich, vegan & selbstgemacht

9/06/2017

Hallo ihr tollen Menschen :)
es ist Mittwoch Morgen und ich sitze hier ohne Kaffee!! - sondern mit einem Matcha Latte vor dem Laptop. Das muss gefeiert werden, denn ich versuche (wieder mal) aktiv meine Kaffeeabhängigkeit zu bändigen. Immer wieder eine Herausforderung! Zur Zeit sind bei mir so einige Sachen in Transformation, wie fast jeden Herbst. Viele neue Themen kommen da in mein Leben. Zero Waste ist da so ein Thema, das mich schon seit einiger Zeit bewegt. Und ich muss zugeben, dass ich es auch sehr lange vor mich hingeschoben habe, weil es sich erst Mal nach Arbeit anhört. Aber dank des Internets, habe ich mich die letzten Tage über das Thema belesen, verschiedenste Videos und DIY Anleitungen angeschaut und gemerkt, dass es gar nicht so schwer ist, wie es sich erstmal anhört. Zero Waste - also ein Leben ohne Müll ( oder zumindest so wenig Müll wie möglich im Alltag zu fabrizieren) - ist vielleicht ein natürlicher Schritt, wenn man sich erst Mal für ein minimalistischeres Leben entschieden hat. Dazu bin ich auch noch Veganer und Sozialarbeiter in the making. Also ein wandelndes Klischee. Juhu. :D Aber wenn man sich sowieso schon außerhalb der gesellschaftlichen Norm befindet, dann kann man auch noch eins oben drauf setzten.


Ok, zurück zum Thema: Ich habe mal ganz ehrlich in meinen Mülleimer (ja, in meinen Mülleimer :D) geschaut und mich gefragt, wie es jede Woche zu diesen Mengen an Müll und Plastik kommen kann? Als ich dann vor ein paar Tagen in die Drogerie ging, um mir meine Lieblingsschokoriegel nachzukaufen, habe ich dann das erste Mal so RICHTIG hingeschaut. Eigentlich sah ich vor mir nur mehrere Reihen von Plastik mit bunten Aufklebern. Ich habe mir somit offiziell gemütliche Nachmittage im DM selbst versaut, weil ich jetzt nicht mehr wegschauen kann. Als ich mich dann nach unverpackten Produkten umschaute, wurde mir bewusst: Ja, natürlich sieht dein Mülleimer zu Hause so aus, wirklich ALLES wird ja auch in Plastik eingepackt. Ein Material, das nur schwer abgebaut werden kann.
 
Zero Waste hört natürlich nicht bei der Reduktion des Plastikmülls auf. Aber gerade Verpackungsmaterialien, die mehrer 100 Jahre brauchen, bis sie abgebaut werden, sind verantwortlich für viele Umweltprobleme. Ich denke da gerade an die Plastikinseln, die in den Ozeanen rumschwimmen oder an Mikroplastik, das in den Mägen von Meerestieren gefunden wurde. Oder auch an die Weichmacher, die wir tagtäglich durch unsere verpackten Lebensmittel, Putzmittel oder Pflegeprodukte aufnehmen. Es ist wichtig, dass nicht nur auf politischer Ebene etwas getan wird, sondern auch, dass jeder einzelne Konsument seine Kaufentscheidungen und seinen Verbrauch bewusst hinterfragt und ändert. Und da es in der Stadt, in der ich momentan wohne, keinen Unverpacktladen gibt, in dem ich ökologischere, unverpackte Putzmittel, Pflegeprodukte und co. kaufen könnte, muss ich wohl zu extremeren Mitteln greifen: Selbermachen. (Werde ich auch gleich Mal meinem Blognamen gerecht ^^ )

Mein Freund - übrigens auch Veganer und Pädagoge, so ist man auch nicht alleine das wandelnde Klischee - war von der Idee begeistert, einige Bereiche bei uns zu Hause nach und nach auf Zero Waste umzustellen. Er war so begeistert, dass er in das nächste Ökogeschäft rannte und sich stolz eine eigene unverpackte Duschseife kaufte. Obwohl wir eigentlich noch Duschgel zu Hause hatten. :D Nicht ganz der Zero Waste Gedanke - aber ich wollte ihm die Freude und seinen Enthusiasmus nicht nehmen. 

Wir wollen jetzt nach und nach verschiedene Bereiche (Küche, Badezimmer,...) umstellen. Je nachdem welche Produkte gerade leer gehen. Und dann die konventionellen Produkte gegen Selbstgemachte oder zumindest natürlichere & unverpackte Alternativen austauschen. Als erstes war unsere Zahnpaste leer. Nach ein paar Recherchen habe ich verschiedene Rezepte gefunden und gleich mal die Paste angerührt. Wir waren beide ziemlich gespannt, wie es wohl werden würde. 


Rezept Zero Waste Zahnpasta (natürlich & vegan)

2 EL Kokosöl
1 EL Natron
20 - 30 Tropen natürliches Pfefferminzöl (oder mehr nach Geschmack)
Optional: 1 EL Xylit (Birkenzucker, bekommt man leider nur in einer Kunststoffverpackung bei Rossmann, dafür reicht es aber sehr lange. Angeblich auch in Unverpacktläden erhältlich.)

Herstellung
Man braucht nicht mehr als ein sauberes, verschließbares Gefäß und einen Löffel, um die Zutaten zu verschmischen. Lagert die Mischung, wenn sie zu flüssig wird im Kühlschrank. Generell dauert die Herstellung keine 5 Minuten und die einzelnen Komponenten sind sehr einfach und günstig zu erhalten. Ich hatte zu erst Bedenken, ob Natron nicht zu aggressiv für die Zähne ist. Nach ein paar Stunden Research, habe ich dann gelesen, dass herkömmliche Zahnpasten viel aggressiver als Natron wirken. Ich bin natürlich weder Arzt noch Proffesioneller Zahnpastenrührer. Deshalb muss jeder selbst für sich entscheiden, welchen Informationen er vertraut und in wieweit er Selbstversuche durchführen möchte. ;)  

Verwendung
Ein bisschen was auf die Zahnpasta geben (mit einem Löffel oder Spatel aus dem Gefäß nehmen, aus hygienischen Gründen) und losputzen. Ich habe nicht mal Wasser zum Putzen gebraucht! 

Und wie ist sie nun?
Erst Mal natürlich sehr ungewohnt, da sie nicht schäumt. Durch das Natron hat sie einen leichten salzigen Geschmack, der aber durch das Xylit etwas neutralisiert wird. Das Reinigungsgefühl hat mir (und meinem Freund) aber sehr gut gefallen. Vielleicht liegt es am Öl, aber der ganze Mund fühlt sich irgendwie gepflegt an. Kein Belag, kein Brennen. Alles top! Die Konsistenz ist natürlich auch ganz anders und ungewohnt, eher flüssig, statt cremig.   

Wirkstoffe
Natron reinigt und hellt die Zähne auf
Kokosöl wirkt antibakteriell und pflegt das Zahnfleisch
Pfefferminzöl für den typischen Zahnpasta-Geschmack und hinterlässt ein frisches Gefühl
Xylit Ist lecker! Und trotz dass es "Birkenzucker" heißt und süß schmeckt, schützt es die Zähne vor Karies.

Fazit:
Seit ein paar Tagen benutzen wir die Zahnpasta schon und sind sehr zufrieden. Trotzdem wollen wir sie erst Mal noch langfristiger testen, ob wir damit auf Dauer klar kommen. Das ungewohnte Gefühl zu Beginn wird dann sicher auch verfliegen. Ist ja auch klar, wenn man sich seit der Kinderheit mit konventioneller Zahnpasta die Zähne putzt und den typischen süßen Minzgeschmack erwartet. Dafür wissen wir genau, was in der Zahnpaste drin ist, sparen Plastik und Geld und haben eine natürlichere, plastikfreie Alternative mehr im Badezimmer. Um noch mehr das gewohnte Frischegefühl zu erreichen, habe ich noch ein Mundwasser hergestellt.


Rezept Zero Waste Mundwasser (natürlich, vegan)
1 EL Natron
1, 5 EL Xylit
20 - 30 Tropfen Pfefferminzöl
30 -50 ml Wasser

Das Mundwasser habe ich in eine 0,33 ml Flasche gefüllt, die vorher einen Yogi Tea beherbergte. Am Zero Waste Konzept mag ich besonders, dass man viele Sachen recycelt und so auf Dauer weniger Ressourcen verbraucht. (Und so muss man auch weniger oft den Müll runterbringen...hehe) Auch hier ist das Natron der Auslöser für den leicht salzigen Geschmack. Wem die reinigende Wirkung nicht so wichtig ist, kann das auch weglassen und hat dann leckeres Pfefferminzwasser. :)


Wie sieht es bei euch aus? Macht ihr euch auch Gedanken über Zero Waste? Habt ihr schon mal ein Zero Waste Rezept getestet?  

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