Reisen

Travel Diary: Stralsund, Heringsdorf & Binz / Low-Budget-Urlaub-Edition

8/27/2017

oder: Zu pleite für den Urlaub - wie macht man das Beste daraus?
oder: Minimalistisch Reisen (wem machen wir was vor, ich hab einfach kein Geld für Urlaub)
oder: #firstworldproblem. Hilfe, ich kann nicht auf eine tropische Insel fahren!
oder: Urlaub zu Hause: Schöne Orte in Deutschland für das Urlaubsgefühl

Ihr seht schon: dieser Post hat sehr viele alternative Titel-Optionen. Sucht euch einfach den raus, der zu eurer Situation am besten passt. :D  Alles fing damit an, dass ich zu Beginn der Semesterferien ganz wehmütig dachte: "Alles doof. Ich bin arm. Kann nicht in Urlaub fahren. Muss sparen...blöder Sommer." Aber dann, nachdem ich sehnsüchtig über den Schottland-Fotos vom letzten Jahr schwelgte, wurde mir eins bewusst: Warum nicht einfach ein paar Mini-Tripps innerhalb von Deutschland machen? Das Meer ist nicht weit und so ziemlich alle Orte kann man mit dem Zug erreichen. Kein Geld? Ist auch kein Problem, denn im Sommer kann man sich die Zeit eh am besten in der Natur vertreiben und das Meer und der Strand sind kostenlos! Außerdem bin ich doch sowieso auf dem Minimalismus-Trip: Es muss nicht immer eine tropische Insel sein, um Urlaubsfeeling aufkommen zu lassen. Mit einer positiven Einstellung kann man überall Spaß haben und Erholung finden. Heute stelle ich euch einfach mal die Orte, die mein Freund und ich im August bereist haben vor & was wir da so-gut-wie-kostenloses gemacht haben. ;)
Unser erster Tages-Ausflug ging nach Heringsdorf auf die Insel Usedom. Ehrlich gesagt hatten wir so gar keine Erwartungen an Heringsdorf - Heringsdorf klingt jetzt auch erstmal nicht so sexy, oder? ABER wir wissen ja alle: man soll ein Buch nicht nach seinen Umschlag beurteilen. Deshalb setzten wir uns einfach in den Zug und waren innerhalb von 3 Stunden schon in der kleinen Stadt angelangt. Vom Bahnhof aus braucht man nur 10 Minuten zu Fuß bis zum Strand. Das ist schon mal ein großes Plus, da man nicht ewig suchen muss (und es sowieso nicht erwarten kann bis man endlich ins Meer springen kann. ;D) Zu unserer Überraschung war der Strand überhaupt nicht voll und wir konnten uns auf unserer Picknick-Decke richtig ausbreiten. Trotz der windigen 21° C sind wir mutig ins kalte Wasser gesprungen und haben dann noch einen langen Spaziergang zur Seebrücke gemacht. Auf der Rückfahrt mit dem Zug waren wir dann so ausgepowert, dass wir gleich mal eingeschlafen sind. Ein Vorteil wenn man mit dem Zug verreist. :)


Heringsdorf hat eine sehr schöne Umgebung, mit viel Wald und einer sehr langen Strandpromenade von Bansin über Heringsdorf nach Ahlbeck kann man einen tollen, längeren Spaziergang machen. Eine super Option für alle die nicht schwimmen möchten. Es waren zwar einige Touristen da, aber dafür, dass gerade Urlaubssaison ist, hielt es sich noch in Grenzen.

Nach dem tollen Ausflug nach Heringsdorf wollten wir dann noch einen weiteren Ort an der Ostsee besuchen und haben uns für Binz auf der Insel Rügen entschieden. Auch hier braucht man vom Bahnhof nicht lange: zu Fuß ca. 20 Minuten. Binz war viel voller und touristischer, dafür hatte der Ort aber eine schöne Strandpromenade, viele Restaurants, Cafés und eine sehr hübsche Innenstadt. Die 29°C waren perfekt, um einen Tag am Meer zu verbringen. Die wirkliche Erholung kam dann aber erst, als die Sonne langsam unterging und die ganzen Touristen in die Restaurants verschwanden. :D Wir haben uns dann ein Eis (veganes Eis gibt es in Tanjas Eiscafé! Das Waltmeister- und Limonen-Eis kann ich sehr empfehlen) geholt und am Strand gegessen, während die Sonne langsam unterging.

 
Meine Low-Budget-Tipps im Urlaub
  1. Selbstversorgen bei Tagesausflügen. Für Veganer meistens schon Standard: Essen zu Hause kochen und einpacken. 
  2. Sich ein Eis gönnen, statt teuer Essen zu gehen: auf alles zu Verzichten ist im Urlaub voll doof. Ein Eis ist meistens bezahlbar und es am Strand zu genießen toppt meiner Meinung nach das 20 € - Menü im Restaurant.
  3. Muscheln sammeln, statt Souveniers shoppen. Die langen Strandpromenaden (besonders in Binz) mit den zahlreichen Geschäften sind sehr verlockend. Muscheln sammeln macht nicht nur Spaß, sondern sie sind auch noch ein schönes Souvenier. 
  4. Ganz einfach entspannen: Strand-Spaziergang, Lesen, einfach nur daliegen, Wandern. Ist alles kostenlos. Ich hab mein Strand-Buch aus der Bibliothek ausgeliehen & damit noch mal Geld gespart.  
  5. Pokemon-Go spielen: Gerade an der Strandpromenade gibt es wahnsinnig viele Pokestops und gemeinsam kann man sich an die vielen Raids wagen. :D
  6. Eine Foto-Session machen: Es gibt an jedem Ort so einiges zu entdecken.
  7. Hostel statt Hotel oder noch besser: Zelten. Mal ehrlich: Wann verbringt man schon Zeit im Hotel, wenn es draußen so viel zu sehen gibt?

Was bei solchen Urlauben ganz wichtig ist: sich einfach mal darauf einlassen. Das hat natürlich viel mit dem eigenen "Mindset" zu tun und was Enstpannung für einen persönlich bedeutet. Sommer ist Einstellungssache - ein Gefühl, das nicht an einen Ort gekoppelt ist. Was bedeutet Urlaub und Sommer für dich? Die warme Luft, die Blumen, das Gefühl von Freiheit, lange Nächte draußen verbringen, Wandern, Schwimmen, Ausschlafen, dicke Bücher lesen, faulenzen und viel zu viel Eis essen.



Mein letzter Low-Budget-Tipp lautet: mit dem Zug fahren. Ich liiiiiiebe Zug-Fahren. Wem geht es noch so? Selbst drei Stunden-Fahrten stören mich nicht mehr. Auf dem Weg zur Ostsee hat man auch immer eine schöne Aussicht auf die Landschaft, die man durchquert. Am Wochenende kann man das Schöne-Wochenend-Ticket bei der Deutschen Bahn buchen, mit dem man den ganzen Tag durch Deutschland fahren kann, wann und wo man will. Für zwei Personen kostet es 44,- € (für jede Weitere 4 €). Da mein Freund und ich nicht so weit weg von der Ostsee wohnen, konnten wir mit dem Mecklenburg-Vorpommern-Ticket zusammen für 27,-€ hin und zurück fahren. Manchmal findet man noch Mitfahrer an der Haltestelle und so wird es für alle noch mal billiger. Die Länder-Tickets gibt es, soweit ich weiß, für jedes Bundesland.


Der letzter Ausflug im August ging dann noch Stralsund mit meinem Freund und einer Freundin. Vom Bahnhof aus läuft man in die Innenstadt gerade mal 20 Minuten. Alles ist zu Fuß gut erreichbar. Gerade die Innenstadt finde ich wahnsinnig schön, mit vielen kleinen Cafés und Gassen. Hier waren wir dann sogar mal Essen und zwar im Coffifee, ein ganz kleines veganes Café, in das gerade mal 6 Personen passen. :D Dafür liebe ich die Atmosphäre und den Cheesecake (den ich leider vergessen habe zu fotografieren). Auf dem Rückweg zum Bahnhof kann man dann noch am Hafen entlang spazieren und sollte da nicht die kleine Eisdiele (ich glaube sie hieß "Stralibu"...da steht ganz groß: "Lust auf Eis" dran!) verpassen, in der es - aufgepasst - VEGANES TOFFE-EIS gibt. Die Verkäuferin war sehr nett und hat uns riesige Kugeln in die Becher gestopft. ;) Vielleicht lag es daran, dass mein Freund und ich so ungläubig und begeistert zugleich "VEGANES TOFFE-EIS???" gerufen haben. Vollgestopft mit Cheesecake und Eis, rollten wir dann - mit Zuckerschock - zurück zum Bahnhof. Auf dem Weg dahin kommt man auch noch an einen schönen Park samt See vorbei, an dem man noch schnell schöne Fotos machen kann.


Auch wenn ich zu Beginn der Ferien etwas entmutigt war, weil kein großer Urlaub anstand, hatte ich so unglaublich viel Spaß bei unseren Ausflügen. Es hat sich trotzdem wie Urlaub angefühlt und kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, auf irgendwas verzichten zu müssen. Was ich definitiv gelernt habe, ist zufriedener zu sein mit meiner Situation, so wie sie eben jetzt ist. Wenn man immer nur nach dem MEHR strebt - mehr Geld, mehr Zeit, mehr Erlebnisse - dann kann man nie glücklich sein. Natürlich möchte ich auch noch so einiges von der Welt sehen, aber am Ende kommt es dann doch sowieso auf die Menschen an, mit denen man unterwegs ist. Und wenn die stimmen, dann kann jeder Ort zu etwas Besonderem werden. :) 

Whooo geschafft. Mal wieder ein langer Post :D Herzlichen Glückwunsch an alle, die immer so lange durchhalten! Welche Orte in Deutschland könnt ihr empfehlen? Was bedeutet für euch Sommer / Urlaubsgefühl?

DIY

Sukkulenten & Kakteen mit Wasserfarbe malen

8/08/2017


Ach, ich liebe einfach Semesterferien. Endlich in den Tag hineinleben und für sich selbst Zeit haben. Momentan bin ich ein bisschen verliebt in Wasserfarben. Und in Sukkulenten. Und in Kakteen. Eigentlich alles, was mit Pflanzen und Malen zu tun hat. :D Deshalb mache ich auch seit Tagen nichts anderes, als Malen. Zwischendurch gehe ich vielleicht auch mal raus. Aber hauptsächlich male ich.
Heute möchte ich euch deshalb eine kleine Anleitung zeigen, wie ihr selbst Sukkulenten und Kakteen mit Wasserfarbe malen könnt. Damit ihr selbst in den Genuss von langen Mal-Sessions kommt. Fürs Malen muss man nämlich kein angeborenes "Talent" haben. Ich bin der festen Überzeugung, dass JEDER malen lernen kann.

Ihr braucht erstmal natürlich einen Kaffee, wahlweise Tee. Aber Kaffee ist besser. ;) Wasserfarben gibt es schon relativ günstig bei Amazon oder auch bei Rossmann, Müller usw.


 Von Vorteil ist es auch einen Sukkulent zu Hause zu haben, der euch freiwillig Modell steht. Meiner hat ziemlich gut still gehalten, damit ich ihn in Ruhe abzeichnen konnte. 
Schaut euch mal Pflanzen ganz genau an. Sukkulenten bestehen eigentlich nur aus ein paar sehr groben Formen, die zusammengesetzt werden. Und so muss man auch beim Zeichnen herangehen. Form an Form. Knubbel an Knubbel. Stachel an Stachel. Ganz schön simpel gestrickt diese Sukkulenten.

Wie ihr oben seht, habe ich das Bild ganz langsam aufgebaut. Setzt Form an Form, dann kann eigentlich nichts schief gehen. Schaut euch auch auf Pinterest & co. ein paar Vorlagen an. Geschwungene Formen, in verschiedenen Größen sehen natürlicher aus. Überlappt ein paar Sukkulenten, damit Tiefe entsteht (uhhh Tiefe...das klingt professionell...^^). Ich würde die Vorzeichnungen mit Bleistift übrigens nur sehr leicht machen (habe ich hier nicht, damit ihr die Linien besser sehen könnt. Dafür habe ich meine Linien dann ganz leicht wegradiert).

Und dann gehts schon ans Rummatschen....Kolorieren klingt schöner, aber zu Beginn ist es vielleicht wirklich nur Rummatschen. Man sollte nicht zu viel Wasser nehmen, sonst überschwemmt man das ganze Bild. Übt am besten vorher auf einem separaten Papier.


Hier ein kurzer Zwischenstand....nach und nach habe ich dann noch ein bisschen mehr Sukkulenten hinzugefügt. Sukkulenten sind halt richtige Herdentiere...bzw. Herdenpflanzen.
Interessanter wird das Bild, wenn ihr verschiedene Arten von Pflanzen kombiniert. Da Sukkulenten sich auch gerne mal Rosa und Lila in der Sonne färben, muss man nicht nur bei den typischen Grüntönen bleiben.

Denkt daran: Details erst einzeichen, wenn die Farbe gut getrocknet ist, sonst verlaufen die verschiedenen Farben ineinander. Mit ein paar Strichen kann man ganz einfach Stacheln andeuten. :) 

Ich hab dann noch die fertige Zeichnung mit einem braunen Buntstift umrandet. Muss man nicht machen, nur wenn man mehr Definition mag (Hört ihr das? Definition! Ich komme mir langsam schon wie Picasso vor...hust) Ich finde beide Varianten schön.

Und fertig ist euer Sukkulenten-Garten. Mein Schreibtisch sieht nach der Mal- und Fotosession jetzt eher nach Sukkulenten-Versammlung aus. Das ist kein Garten mehr, das ist ein Treffen der Sukkulenten-Gewerkschaft, die sich beschwert, dass ich zu viele Pflanzen adoptiert habe. Es tut mir ja leid, aber ihr seid einfach so schön und Fotogen! Wahrscheinlich wird mir jetzt noch das Minimalismus-Siegel entzogen. Aber damit kann ich leben. :P

Ich liebe es mir Zeit zum Malen zu nehmen. Besonders am Morgen, wenn gerade die Sonne zum Fenster hineinscheint und alles noch ganz still ist. Es ist so ein kurzer Zen-Moment am Tag. Ich beschäftige mich nur mit mir selbst und mit der Kunst, die ich schaffe. Im Hintergrund lasse ich manchmal eine Playlist laufen. In den letzten Tagen kam ich immer wieder in den Flow. Eigentlich ein seltener Moment. Jeder der schon mal in den Flow-Moment kam, weiß wie intensiv man wegdriften kann. Dann bekommt man nichts mehr um sich herum mit. Ich lebe dann ganz im Moment und bin glücklich. Ich wünsche jedem dieses Gefühl, sei es durchs Malen, Meditieren, Sport machen oder durch irgendeine andere Leidenschaft, der ihr nachgeht.


Wann kommt ihr in den Flow? Hattet ihr schon mal einen Flow-Moment? Was ist eure Leidenschaft, bei dir ihr so richtig wegdriften könnt? Ich freue mich über jedes Kommentar. :)

Bis dann, eure Phine :)