Achtsamkeit

Minimalistischer Leben: Kleiderschrank ausmisten

11/28/2015

Juhu, endlich! Ich glaube dieser Post ist schon seit Monaten geplant und endlich habe ich ihn fertiggestellt. :) Ja, das Klamotten aussortieren war seltsamerweise eine der größten Hürden während meines Minimalistischer Leben-Projekt. Meine Vorraussetzungen waren ja auch sehr...schlecht!
7 Klamottenbeutel! 7! 
Aber ja, der 1. Schritt ist immer, sich bewusst zu machen, dass man ein Problem hat. Viele der Klamotten hatte ich das letzte Mal mit 16 getragen! Wieso ich die trotzdem behalten habe? Weil viele Erinnerungen damit verbunden waren und weil ich auch einfach zu faul war, mich an das Ausmisten zu wagen. Nach meiner Ausmist-Aktion bin ich jetzt an einem Punkt angelangt, andem ich nur noch Klamotten besitze, die ich gerne und regelmäßig anziehe. Hier stelle ich euch jetzt meine Tipps und Herangehensweise vor. Viel Spaß. :) 


1. Kleiderschrank - Problem - Analyse:

Ich brauche am Morgen ewig um ein Outfit zu finden
Ich habe Dinge in meinem Schrank, die mir nicht mehr passen
Ich habe Dinge in meinem Schrank, die ich nicht mehr schön finde
Ich ziehe meistens die selben Dinge an, in denen ich mich am wohlsten fühle
(Ich ziehe eigentlich nur Kleider und Lounge Klamotten an ^^)
Mein Kleiderschrank platzt
Ich will nachhaltiger leben, aber nur wie?
Shoppen finde ich manchmal sehr anstrengend
Ich gebe zu viel Geld für Klamotten im Monat aus.

Bei all diesen Problemen kann ein minimalistischerer Lebensstil helfen. Steht ja auch schon im Titel. Sonst würde das hier alles keinen Sinn machen. ;D


2. Das Ausmisten (nach der Konmari-Methode):

Mir hat die Methode nach dem Konzept von Marie Kondo aus dem Buch Magic Cleaning sehr beim Aussortieren geholfen. Dabei muss man ALLE Teile in die Hand nehmen & sich folgende Frage stellen: Macht mich dieses Teil glücklich?  Bestenfalls muss man über die Antwort nicht zu lange nachdenken und legt das Klamottenstück auf den Behalten- oder Weitergebstapel. Ja, Bestenfalls. Dass, das nicht immer sofort klappt ist verständlich. Deshalb möchte ich euch noch meine Hilfsfragen zeigen, die man sich vielleicht beim zweiten Durchgang stellen kann, wenn bei einigen Klamotten noch Unsicherheit herscht. Einige Fragen werdet ihr schon kennen, wenn ihr bereits meinen Bücher Ausmisten-Post gelesen habt.


3. Erneuerter Durchlauf:

Wann habe ich das letzte mal dieses Kleidungsstück angehabt?
Ist es bequem? Mag ich den Stoff?
Ziehe ich es regelmäßig an?
Würde ich es, wenn ich es im Laden sehen würde, noch mal kaufen?
Passt mir das Kleidungsstück noch? Passt es zu meinem Lebenstil?
Wie schwer ist es, ein ähnliches Teil zu beschaffen?
Passt das Kleidungsstück zu meinem aktuellen Kleidungsstil?

Die letzte Frage ist besonders dann relevant, wenn man bereits weiß, was sein eigener Stil ist. Bei mir war es lustgerweise genau andersherum und mir wurde erst nach dem Aussortieren bewusst, was für einen Kleidungsstil ich eigentlich habe. :) Dieser Effekt tritt nämlich dann ein, wenn vor einem nur noch 5 ähnliche Kleider in verschiedenen Farben liegen, die man jede Woche rauf und runter trägt!

Eine weitere Frage hat mir auch sehr geholfen: Hast du dir das Kleidungsstück nur gekauft, weil du den Stil bei anderen Leuten bewundert hast? Oder weil es deinen Traum-Lebensstil verkörpert? Beispielsweise habe ich mir immer vorgestellt, dass ich sicher später mal super seriös in einem Blazer durch die Weltgeschichte laufen werde. Falsch gedacht, in die Dinger bekommt mich niemand rein. :D Das bin so gar nicht ich. Gekauft hatte ich mir damals trotzdem einen (der auch echt gut aussah). Aber natürlich habe ich ihn niemals angezogen und auch nicht vor, ihn in Zukunft noch einmal anzuziehen...


4. Kleiderschrank-Analyse, Kauf- & Antikaufliste

Nachdem man seine Klamotten aussortiert hat kann man eine kurze Liste anfertigen. Darauf hält man fest, was man regelmäßig trägt und was man so gar nicht trägt (und deshalb erst gar nicht kaufen sollte) Beispielsweise finde ich Röcke an anderen total schön. Aber ich trage eigentlich nur schlichte schnell-drüberwerf-Kleider. Beim Aussortieren habe ich bemerkt, dass ich alle meine Röcke ausgemistet habe. Röcke sind mir manchmal einfach zu kompliziert, deshalb sollte ich sie auch nicht kaufen, auch wenn sie mir im Laden oder an Anderen gefallen.

Was ich nicht trage (und daher auch nicht kaufen sollte):
  • T-shirts
  • Röcke
  • Blazer/ Kurze Jacken
  • Jeans & Hosen
  • hohe Schuhe
  • Hüte
  • kurze Ketten, Ohrringe
  • kleine Taschen

Was ich trage:
  • Kleider
  • Cardigans
  • Pullover
  • Leggings, Strumpfhosen
  • Ballerinas, Turnschuhe, Stiefel
  • Schlauchschal
  • Mäntel
  • große Taschen, Rucksack
  • Taillengürtel

5. Stark bleiben & sich die Vorteile vor Augen führen:

Nach dem erfolgreichen Ausmisten heißt es jetzt: Keine unnötigen Klamotten mehr anhäufen, die sowieso nicht glücklich machen! Und sich regelmäßig die Vorteile einer minimalistischeren Garderobe bewusst machen

Vorteile:
  • Es ist unkompliziert, weil der Kleiderschrank nur noch mit den wenigen Lieblingsklamotten gefüllt ist. Alles was man rauskramt passt und steht einem. Die morgendliche Outfitsuche wird extrem vereinfacht. Auch das Packen für Reisen geht schneller. ;)
  • Man spart Geld,weil man weniger Neues kauft und Fehlkäufe vermeidet, sobald man weiß, was man am liebsten trägt.
  • Man macht sich den Tag über keine Gedanken über sein Aussehen, weil nichts kratzt, zwickt oder rumrutscht. Man fühlt sich einfach wohl.
  • Man kümmert sich um seine Lieblingsklamotten viel besser, weil sie nicht mehr zwischen den ganzen Anderen untergehen. Außerdem will man die Lieblingsklamotten auch besonder lange besitzen, daher muss man sie in einem guten Zustand halten. Wenn man nicht mehr so viel Kaufen will, dann neigt man auch eher dazu einfach mal etwas zu reparieren, als gleich das ganze Kleidungsstück wegzuschmeißen. Das ist wiederrum nachhaltiger!
  • Ich persönlich verschwende meine Gedanken jetzt an "wichtigeres" als mein Outfit. 
  • Man kann bewusster einkaufen und shoppt weniger nach Trends. Bestenfalls weiß man genau was man sucht und was man regelmäßig tragen wird. 

 

6. Verschenken, Spenden & Upcyclen

Am Ende sollte man das beste aus den aussortierten Klamotten machen. Schließlich wurden sie einmal hergestellt und Ressourcen gingen dafür drauf. Bei einem verlorenen Knopf oder einen kleinen Riss sollte man daran denken, dass man nur Nadel und Faden braucht. :) Oben seht ihr einen älteren Oversized Pullover, den mein Freund für mich in einen Cardigan umgenäht hat. Einige meiner aussortierten Klamotten habe ich auch aufgehoben, um für meine Nähprojekte ein bisschen Übungsstoff zu haben.
Außerdem freuen sich andere vielleicht über eure (noch gut erhaltenen) Klamotten! Verschenken und Spenden ist immer eine super Idee.

7. Immer daran denken:

Man muss nicht perfekt sein!
Ich weiß z.B. dass ich Pyjamas und "Lounge" Klamotten über alles liebe. Eigentlich bräuchte ich nur zwei, habe aber 5 verschiedene Schlafanzughosen und das ist auch okay. Ich liebe sie alle und wechsele gerne zwischen den Hosen. :) Beim MinimalistischEREN Leben geht es darum zu hinterfragen, was man wirklich braucht um glücklich zu sein! Wenn mich 7 Schlafanzughosen glücklich machen, dann ist das vollkommen okay. :) Das schlimmste ist, wenn man sich selbst zu sehr unter Druck setzt, dann macht das Ganze nämlich keinen Spaß mehr und man verliert die Motivation etwas zu ändern.


Ich denke, dass es zu dem Thema noch einen zweiten Teil geben wird. Dann wird es eventuell um das Zusammenstellen einer Capsule Wardrobe gehen und um Ideen, wie man langfristig mehr aus einer minimalistischen Garderobe macht, ohne den Spaß zu verlieren. 

Was mich noch interessieren würde: Was kommt bei eurer Kleiderschrank-Problem-Analyse heraus?^^ Oder habt ihr schon eure perfekte Garderobe? Wie wichtig ist euch Nachhaltigkeit beim Klamottenkauf?
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende & bis bald :)