Bauarbeiter-Hate

Gedankenschnipsel: unfreiwilliger Minimalismus & Youtube-Empfehlung

10/26/2015

Hallo meine kleinen Hippies da draußen,
ja ihr habt richtig gehört! Ich lebe gerade wirklich sehr Hippie-like...bzw. eher Hobo-like. Ich hab nämlich gerade kein Zimmer und schlafe seit zwei Wochen auf der Couch meiner Mitbewohnerin. Ja, so schnell kann es gehen. Da spaziert man ganz unschuldig in sein Zimmer und wird von einer riesigen Rußwolke überrascht, die langsam auf einen zu schwebt. Dank der "Verschönerungsmaßnahmen" an unserem Gebäude, sieht mein Zimmer nämlich jetzt nicht mehr ganz so schön aus. Der Schornstein ist durchgebrochen und alles im Zimmer schwarz. Rußbedeckt. Ungefähr zwei Wochen lang habe ich Bauarbeiter, Maler und Putzmänner in unserer Wohnung bewirtet (die an einem Punkt plötzlich mit meiner Tamponschachtel im Flur standen, um sie gerade abzustauben). Leider kamen durch die Bauarbeiten immer wieder Ruß ins Zimmer. Und später dann noch das gesamte Innenleben des Schornsteins, als unsere Wand aufgerissen wurde. (Habe ich euch schon mal von unserer weißen Couch erzählt...oder unserem Bett, auf dem natürlich 20 kleine weiße Kissen lebten?!) Ich hoffe einfach, dass mein Freund und ich irgendwann nächste Woche wieder unser Zimmer betreten dürfen und uns Bett und Sofa erstattet werden.



Ansonsten versuche ich das Beste aus meinem Hobo Hippie-Leben zu machen. Dadurch, dass wir gerade nicht viel benutzen können, habe ich wirklich nur das wichtigste aus meinem Zimmer "gerettet" und um mich herum gesammelt. Dazu gehört mein Laptop, mein Smartphone, die Nähmaschine meines Freundes, mein Tablet und meine..äh...Kosmetikprodukte...(natürlich sehr wichtig *_*°) Und auch wenn ich unser großes Bett, meinen Bastelkram und meinen geräumigen Schreibtisch vermisse, so hat es doch seine Vorteile mal zwangsweise mit so wenig auskommen zu müssen. Mich bestärkt das sogar meinen Besitz noch weiter zu minimieren. Denn ich habe einfach gemerkt, je weniger Auswahl ich habe, desto leichter fällt es mir, mich für etwas zu entscheiden.



Das bemerke ich z.B. beim Make-up. "Oh, welches Rouge könnte ich denn heute tragen? Ach, ich besitze ja nur eins - na dann drauf damit!" Und ich bemerkt das auch bei der Klamottenauswahl, da auch leider ein paar Klamotten der Rußwolke zum Opfer gefallen sind und von den Putzmännern in Beschlag genommen wurden. Insgesamt spare ich durch den gezwungenermaßen wenigen Besitz viel Zeit und Gedankenkraft (?!?), weil ich gar nicht so viele Entscheidungen treffen kann und muss. Manchmal können zu viele Entscheidungen lähmend wirken und sogar so weit führen, dass man sich am Ende für gar nichts mehr entscheidet (Paradoxie der Wahl). Wenn ich mit meinen Eltern beispielsweise im Restaurant sitze, ist meine Wahl ziemlich schnell getroffen, da sich meistens nur wenige vegane Optionen auf der Speisekarte befinden. Meine Eltern (Nicht-Veganer) brauchen dafür eeeewig, um sich einer Hauptspeise zu verschreiben. Man sieht das auch gut bei der Suche nach einem passenden Beruf/ einer passenden Berufung. Die Angst etwas "Falsches" zu wählen und dafür eine andere Option zu verpassen, hat mich lange Zeit gelähmt (und tut es sogar noch heute) eine Entscheidung zu treffen. Ich möchte damit nicht sagen, dass es grundsätzlich schlecht ist, dass wir heute so viele Möglichkeiten und Lebenswege haben. Aber ich möchte auch nicht die Probleme unterschlagen, die eine zu große Auswahl mit sich bringen. Ich glaube, dass sich deshalb auch einige Menschen nach einem einfacheren Leben sehnen. Ich gehöre auch dazu und versuche gerade durch den Minimalismus diesem "einfacherern" Leben etwas Näher zu kommen. Auch wenn ich diese Unsicherheit zwecks Berufung und Zukunft wahrscheinlich erstmal noch ein bisschen mit mir rumtragen werde, kann ich ja schon mal an anderen Lebensbereichen arbeiten und da etwas mehr zur Ruhe kommen. :D  

Passend zu meinem Hippie-Leben möchte ich euch einen tollen Youtube-Channel vorstellen. (Ich hatte in den letzten zwei Wochen sehr viel Zeit neue Youtuber zu entdecken und mich auf mein Hobo-Leben seelisch vorzubereiten ;D) Und zwar die beiden sympatischen Menschen von Exploring Alternatives. Ihr aktuelles Video finde ich wahnsinnig inspirierend und interessant! 
Die Beiden leben in einem Van, reisen von Ort zu Ort und arbeiten vom PC aus. Dabei teilen sie ihre Gedanken zum Thema Minimalismus und nehmen ihre Zuschauer mit auf die Reise durch die Welt. In ein paar Videos stellen sie auch andere Minimalisten und deren Lebensweise vor.
In kürzester Zeit hatte ich schon fast alle Videos durchgeschaut und dann noch die Artikel auf ihrem Blog aufgesaugt. Die beiden sind auch für Leute inspirierend, die nicht sofort in einen Van springen wollen und um die Welt reisen möchten.

Meine Lieblings-Videos & Blogartikel:
Big Weddings Aren’t for Everyone
What Should I Do with My Life?

Mich bestärken solche Videos und Artikel immer sehr, Normen und Konventionen zu hinterfragen und einfach zu machen, was ich will. Das klingt nämlich immer so leicht - "Mach doch einfach was du willst!" - aber ich merke immer wieder, wie oft ich meine Wünsche selbst zensiere. "Das geht doch nicht....niemand macht das so...meine Eltern würden ausflippen" und so weiter. Doch das geht! Siehst du doch, die haben es auch gemacht und leben noch! ;) Manchmal braucht man einfach ein paar Vorbilder, um selbst aktiv zu werden. Aber nein, ich werde jetzt nicht in einem Van von dannen ziehen und meine Chaos-WG hinter mir lassen. Noch nicht zumindest. :D


Mich freut es übrigens zur Zeit sehr, wie gut meine Minimalismus-Posts ankommen. Ich hatte ja Angst, dass dieses Thema niemanden interessiert und ich dann auf meinem Blog nur noch Selbstgespräche führe! :D Es ist einfach toll, Erfahrungen zu teilen und neuen Input durch euch zu bekommen. :) Leider kenne ich selbst noch nicht so viele Minimalismus-Blogs, also wenn ihr Empfehlungen habt, dann schreibt die doch einfach in die Kommentare. :) 

Ich hoffe ihr drückt mir alle die Daumen, dass ich bald wieder in unser Zimmer ziehen kann. Ich versuche gerade das Beste daraus zu machen, vielleicht sogar etwas dabei zu lernen und meine Probleme immer mal wieder in Relation zu ALLEM zu setzen. Letzte Woche hatten wir auf Arbeit wieder Flüchtlinge, die eine Wohnung suchen. Ein Mann besaß nicht mal ein paar frische Klamotten - nur die, die er am Körper trug. Solche Momente zeigen mir dann wiedermal, dass ich mich eigentlich verdammt glücklich schätzen kann. Wenn ich so nachdenke, bin ich einfach froh, dass während die Wand bei uns durchgebrochen ist, niemand im Zimmer war. Also weder meine Mitbewohnerin, noch mein Freund, noch jemand anders. Und dass der Unfall genau in der halben Stunde passiert ist, als ich kurz außer Haus war. Eigentlich bin ich ein echt verdammter Glückspilz. :)

Ich wünsche euch allen noch eine schöne Woche! Bis bald :)

DIY

Minimalistischer Leben: DIY Wiederverwendbare Abschminkpads

10/19/2015

Hallo ihr tollen Menschen,
durch einen Post von Lisa von Irgendwieso bin ich vor einiger Zeit auf die Idee gekommen, meine eigenen wiederverwendbaren Abschminkpads herzustellen. Schließlich benutze ich Wattepads täglich und so sammelt sich mit der Zeit viel zu viel Müll an!
Wann kam diese ganze Wegwerfkultur eigentlich auf? Von Küchenrolle, über Taschentücher, Wattestäbchen, Binden, Einwegrasierer und Putzlappen. Fast alles schmeißt man nach der einmaligen Nutzung weg.
Wenn ich daran denke wie sparsam da meine Großeltern gelebt haben mit ihren Stofftaschentüchern, die man einfach in der Waschmaschine gewaschen hat. Das sind eigentlich die wahren Minimalisten. ;)



In den ersten Wochen meiner Umstellung habe ich mein Make-up täglich mit einem Mikrofasertuch (dieses hier ist von Rossmann) abgenommen. 8 Stück habe ich insgesamt zu Hause, die ich am Ende der Woche in der Waschmaschine bei  60°C reinige. Aber nicht jedes Wochenende kam eine 60° Wäsche zusammen, so dass mir einmal die Tücher ausgingen und ich meine letzte Packung Wattepads anreißen musste. Außerdem brauchte ich nie das ganze Mikrofasertuch für mein Gesicht. Ein paar mehr Abschminkpads mussten also her. Deshalb habe ich ein paar der großen Mikrofasertücher zerteilt und einmal in der Mitte gefaltet. Zwei Seiten habe ich jeweils zugenäht und eine offen gelassen. So kann ich nämlich noch meine Finger in das Wattepad stecken und habe somit einen Mini-Schwamm für mein Augen-Makeup. ^^





Wer keine Nähmaschine hat, kann natürlich mit der Hand nähen oder sich einfach ein paar mehr der großen Mikrofasertücher kaufen. Ich mag aber diese kleinen Mini-Schwämmchen sehr zum Abschminken. ^^
















Abgeschminkt wird mit Kokosöl, womit ich sehr zufrieden bin. Nicht nur, dass ich jetzt auf eine Plastikflasche mehr im Bad verzichten kann. Das Kokosöl pflegt meine Gesichtshaut auch sehr gut und wird bei mir noch fleißig für andere Bereiche verwendet. :)

Für mich ist es momentan die einfachste, billigste und ökologischste Art mich abzuschminken. Das Waschen der Pads ist kein zusätzlicher Aufwand, weil Wäsche waschen muss ja sowieso leider immer gemacht werden. ^^

Wie schminkt ihr euch ab? Benutzt ihr normale Wattepads oder habt ihr auch schon eine billigere und nachhaltigere Alternative ausprobiert?

DIY

DIY Traumfänger aus Draht (& Ikea Aufhänger Upcycling)

10/09/2015

DIY Traumfänger aus DrahtHallo ihr tollen Menschen da draußen,
von den derzeit schwierigen Lichtverhältnissen in meiner Wohnung möchte ich mich nicht beirren lassen und habe deshalb heute mal wieder ein DIY für euch (bzw. eigentlich für mich...weil ich mir jedes Mal aufs Neue die Anleitung dazu anschauen muss, um es zu checken...) Von meiner Traumfänger-Obsession habe ich euch bis jetzt ja noch gar nichts erzählt *teenie-kreisch*. Ich liiiiiiiiebe Traumfänger und habe schon einen selbstgebastelten im Zimmer hängen. Der ist allerdings sehr bunt und schreit mit seinen Neon-Federn: "Aufmerksamkeit! Aufmerksamkeit!"

DIY Traumfänger aus Draht
Deshalb hatte ich noch einmal Lust einen Traumfänger in einem schlichteren Design anzufertigen. Statt normalen Faden, wollte ich aber einen Kupfer-Draht nehmen, damit das noch etwas fancyer aussieht. Mit dem Ziel, den dann ans Fenster zu hängen und die Bauarbeiten...zu...verdecken? Na gut...dafür bräuchte ich eine ganze Horde an Traumfängern. Aber der Gedanke zählt. Ach wem mache ich etwas vor... eigentlich brauchte ich nur eine Ausrede, wieder mal einen Traumfänger zu basteln und den Bastelladen zu stürmen!

DIY Traumfänger aus Draht
UND: Es ist sogar ein Upcycling! Denn während meiner Ausmist-Aktion wollte ich ein Aufhänge-Dings-Bums von Ikea entsorgen. Mein Freund springt aber in letzter Sekunde verteidigend vor die Zu Verschenken-Kiste, kramt Ikeas "Komplement-Aufhänger" aus der Kiste und eilt wie wild in ein Zimmer. Etwas verwirrt bleibe ich im Flur stehen, schüttele nur den Kopf und erledige weiter meine Dinge. Von Zeit zu Zeit höre ich es verdächtig rascheln im Nebenzimmer. Ein paar Minuten später steht er stolz wie ein Pfannkuchen im Türrahmen, mit einem kleinen Traumfänger in der Hand. "Hier, schenke ich dir!" :3
DIY Traumfänger aus Draht
Da hat er einfach den Ikea Aufhänger auseinander genommen und den Plaste-Ring als Außenring für einen Traumfänger genutzt. So viel Kreativität musste belohnt werden und somit durfte mein Freund auf einem Bild für die Anleitung sogar Handmodel spielen. Und ja, er durft auch den Draht biegen...

DIY Traumfänger aus Draht



Anleitung

Dieses Mal habe ich euch eine Bild-Anleitung gezeichnet, weil es so einfacher zu erklären ist. Ganz wichtig ist die Schlaufe, die ihr im 1. Bild seht. Nur so wird der Faden bzw. der Draht stabil und alles zieht sich richtig fest zusammen. Die Schlaufe muss jedes Mal so um den Ring geschlungen werden! Im Zentrum angelangt, könnt ihr einen schönen Stein oder eine Perle am Faden befestigen und alles miteinander verknoten.  

DIY Traumfänger aus Draht
Wenn man mit Draht statt Faden arbeitet, muss man sehr vorsichtig beim Biegen vorgehen, damit der Draht nicht reißt (ist leider ein paar Mal passiert...) Aber generell lässt sich der Draht ganz gut verarbeiten. Natürlich wird der Drahtfaden nicht so glatt wie ein richtiger Baumwollfaden. Aber ich mag gerade diese Kombi aus dem weichen äußerden Baumwollfaden, der Glasperle und dem starren Kupferdraht.

DIY Traumfänger aus Draht
So und jetzt kann man noch etwas zum Rumbaumeln unten dran hängen... :D Ich bin persönlich kein großer Fan von Federn (außer sie sehen so richtig schön künstlich, neonfarben aus). Deshalb habe ich einfach drei der Glastropfen zuerst an drei Fäden und dann am Traumfänger befestigt. 
DIY Traumfänger aus Draht

DIY Traumfänger aus Draht
Hier könnt ihr übrigens unser dreckiges Fenster bewundern...natürlich liegt das nur an den Bauarbeitern...wegen den orkanartigen Staubwolken...und so. Ihr versteht.

DIY Traumfänger aus Draht
Leider haben wir keine dunkle Wand in unserer Wohnung. Da würde sich der Traumfänger durch seine helle Farbe sehr gut abheben. Aber am schönsten sieht er sowieso in der Nähe einer Lichtquelle aus, weil dann das Kupfer so richtig gut rauskommt.

So, und wenn ihr richtig gezählt habt, dann wisst ihr schon, dass wir immer noch im Besitz von insgesamt 28 Plaste-Ringen sind. Zwei davon wurden schon zu Traumfängern verarbeitet. Was ich mit dem Rest machen werde, weiß ich noch nicht. Aber vielleicht fällt mir noch etwas ein. Ansonsten bekommen jetzt alle Freunde Traumfänger für die nächsten 5 Jahre zum Geburtstag. Freut euch schon mal drauf!  :D