Essen

Semi-gesundes-oder-vielleicht-auch-nicht-Nutella für Faule

4/16/2015

Öhäm...Frühling...und Fitness...und so. Ach, wem mache ich etwas vor. Heute möchte ich euch ein Rezept für eine selbstgemachte Nuss-Nougat-Creme zeigen. Eigentlich bin ich schon seit ein paar Monaten auf der Suche nach dem perfekten veganen Nutella. Es sollte 1. extrem haselnussig schmecken und 2. sollte die Zutatenliste überschaubar sein. Leider gab es keins was mich wirklich überzeugt hätte, denn entweder konnte ich nur Zartbittervarianten finden (die ja auch lecker sind, aber eben nicht perfekt haselnussig) oder Nutellas mit einer scheinbar endlosen Zutatenliste aus irgendwelchen gehärteten Fetten und Industriezucker. Ich bin da wirklich etwas mäkelig, aber wenn ich Geld für ein Fertigprodukt ausgebe, dann muss es schon BÄM sein. Ok, long Story short: Ich machte eine kleine Nutellafabrik in unserer Küche auf und mischte fleißig herum, bis die perfekte Nuss-Nougat-Creme entstand! Meine Ansprüche: Ich wollte das Rezept so einfach wie möglich machen und idealerweise möglichst unverarbeitete Zutaten benutzen. 


Natürlich würde ich das Nutella gerne als mega gesund und als wahren Schlankmacher verkaufen, aber wenn man das ganze runterbricht haben wir da trotzdem eine Ladung Fett mit Zucker und Kakao. Dazu muss man wiederrum sagen, dass alle verwendeten Zutaten viele gute Nährstoffe liefern und in Maßen genossen sehr gesund sind. Eine bessere Alternative zu herkömmlichen Nutella ist es sowieso (und meiner, natürlich total unvoreingenommenen Meinung nach, auch viel leckerer!). Seht ihr, genug Rechtfertigungen um sich zwei bis sieben Nutellatoasts zu genehmigen.

Zutaten (für ein Glas ca. 200 - 250 Gramm):
1 1/2 EL Haselnussmus
11 (entsteinte) Datteln
ca. 70 ml Sojamilch (alternativ geht auch Wasser, Mandelmilch, Reisdrink, Haselnussmilch usw.)
Kakao (am besten so unverarbeitet wie möglich, ich habe 2 EL benutzt)
Haselnüsse
1 TL gemahlene Vanille

eine Prise Salz

Das Rezept ist sehr leicht zu variieren, indem ihr einfach das Nussmus eurer Wahl benutzt. Es gibt ja mittlerweile so viele verschiedene Nussmuse, wie z.B. Mandelmus, Cashewmus oder Macadamiamus.
Ihr habt natürlich die Möglichkeit euer Haselnussmus auch selber herzustellen, wenn ihr eine Küchenmaschine oder einen Hochleistungsmixer habt. Es gibt sehr viele Anleitungen auf Youtube.  Wer aber zu faul dafür ist oder nicht die passenden Geräte besitzt, kauft sich einfach Mandel- oder Haselnussmus (ca. 6-8 € im Bioladen). Lasst euch von dem hohen Preis nicht abschrecken, man kann daraus wirklich ein paar Gläser Nutella herstellen. Allein geschmacklich war es mir den Preis schon wert.




Zubereitung:
  1. Datteln mit der Sojamilch oder Wasser pürieren bis eine cremige (nicht zu flüssige!) Masse entsteht. Es sollte so in Richtung Smoothie gehen. Genaue Angaben zu der Flüssigkeit kann ich leider nicht geben, weil das immer auf die Stärke eures Mixers oder Pürierstabs ankommt.
  2. Haselnussmus mit der Dattelmasse vermischen, dann so viel Kakao hinzufügen, wie ihr mögt. Man kann super ein Zartbitternutella herstellen, indem man mehrere Esslöffel hinzugibt. Wem die Dattelsüße alleine nicht reicht, der kann Ahornsirup oder Agavendicksaft dazugeben.
    Tipp: Etwas mehr Flüssigkeit benutzen, falls es zu fest wird. Meins wurde anfangs etwas zu flüssig, das habe ich mit mehr Kakao ausgeglichen. ;)
  3. Am besten mit gehackten Haselnüssen oder Mandeln vermischen oder einfach pur genießen. ;)



Fertig ist euer selbstgemachtes Nutella! Ich würde das Glas im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb einer Woche aufbrauchen, da es ja keine Konservierungsstoffe enthält. Man kann es natürlich auf Toast oder mit einer Banane zusammen essen. Aber sind wir mal ehrlich, Nutella isst man pur aus dem Glas, oder?

Welches Nussmus mögt ihr am liebsten? Und: Nutella aufs Brot oder direkt aus dem Glas?

Frühling

Gedankenschnipsel #2 – Wanderliebe, erstes veganes Ostern, Internetfasten-Fail

4/12/2015

Hallo ihr tollen Menschen,
heute gibt es mal einen kleinen Wochenrückblick. Ich schwebe immer noch auf  meiner Urlaubswolke und eigentlich wäre ich am liebsten noch ein paar Tage länger weggeblieben. Es ist schön mal außerhalb der Großstadt zu sein. Mittlerweile merke ich immer mehr, wie mir Wälder und weite Wiesen fehlen, bei denen man nicht am Horizont schon wieder lauter Wolkenkratzer sieht und Verkehrslärm hört. Ich als großer Wanderfan habe die Tage natürlich genutzt, um ein paar kleinere und größere Wanderungen und Spaziergänge zu machen. Mein Highlight war auf jeden Fall der Waldwanderspaziergang, der unter anderem auch an einem schönen See entlang führte.




Ostern
Ihr müsst wissen, dass ich Ostern liebe! Überall Hasen und Küken und Schokolade und Blumen  – wer kann dieses Fest nicht lieben??? Obwohl es dieses Jahr wahrscheinlich etwas unkonventionell verlief: nämlich ohne Eier und ohne Milchschokolade. Mein erstes veganes Ostern! Osterköstlichkeiten wurden trotzdem für mich im Garten versteckt. Die Ostereier-Suche ist für mich immer eines der Highlights an den Feiertagen und das lasse ich mir natürlich nicht nehmen. Ich sehe mich schon als 90 jährige schrumpelige Omi in meinem Hologrammgarten umherirren, während ich meine Fair-Trade-Bio-Gluten-freien-veganen Schokoladeneier aus der Tube, den Enkeln vor der Nase wegschnappe. Danach steige ich in mein fliegendes Solar-Auto, um die Beute vor der gefräßigen Meute (stammen halt von mir ab) wegzukarren. Jap, so sieht die Zukunft aus!   
Die Mutti meines Freundes hat mich mit einem veganen Kochbuch überrascht, mit viel zu vielen Kerzen und DER SCHOKOLADE von iChoc, die ich schon ewig suche, weil die bei uns scheinbar immer ausverkauft ist. Ein paar konventionelle Schokoladeneier gab es dann auch noch, die ich allerdings meiner Mitbewohnerin untergejubelt habe.


Strikt Vegan?
An diesem Wochenende habe ich noch mal gemerkt, wie sich mein Verlangen nach Milchprodukten  in Luft aufgelöst hat. Ich hatte zwar nicht geplant, mich so strikt vegan zu ernähren, aber mittlerweile sind schon vier Monate vergangen, seit dem ich (zumindest wissentlich) mein letztes tierisches Produkt gegessen habe. Ich weiß noch, die letzte „unvegane“ Mahlzeit war vor Weihnachten eine riesige Käsepizza, danach hatte ich so tierische Bauchschmerzen, dass ich den Käsekonsum ganz aufgegeben habe (Käse habe ich nie gut vertragen und in Kombination mit Weizen ist es gleich noch schlimmer!). In meinem Lieblingscafé in der Heimat meines Freundes habe ich eine tolle Trinkschokolade getrunken, bei der ich nicht sicher war, ob sie wirklich ohne Milch war. Aber ich bin unterwegs auch nicht ganz so streng. In Zukunft wird sich das wahrscheinlich aber auch noch ändern, denn ich merke von Tag zu Tag, wie ich mich einfach besser mit dieser Ernährungsweise fühle. Seitdem ich die Schokoladen von iChoc gefunden habe (Gefunden? GEJAGT! Gejagt habe ich sie!), fühle ich mich nun sicher, falls mich die Schokoladenlust doch mal packen sollte. Und den veganen Käse von Wilmersburger kann ich euch auch empfehlen, finde nämlich, dass der von der Konsistenz sehr, sehr nah an Käse rankommt. Da ich aber generell nicht mehr so oft Käselust verspüre, kommt der nicht all zu oft auf meinen Teller.    


After-Oster-Detox
So viel Werbung, wie ich nun für die iChoc Schokoladen gemacht habe, könnten die mir jetzt auch mal ein paar Gratispackungen schicken, findet ihr nicht? :D Nee lieber nicht, habe nämlich schon viel zu viel von dem Zeug verdrückt. Und nach Ostern fühle ich mich generell sehr ungesund und irgendwie schwermütig. Das erste After-Oster-Workout war auch eher so ein langsames Umherplumsen und vielleicht 3 Squats bevor ich zusammenbrach und mir noch eine bisschen Kokoskonfekt in den Mund stopfte. Ich bin wirklich nicht der Typ fürs Fasten, aber zumindest dem Süßkram werde ich nach der Vernichtung der letzten Schokoladen schnellstens entsagen. Das schlimmste und tollste zugleich: Ich habe entdeckt, dass Oreos vegan sind! Vielleicht nichts Neues für euch, aber für mich eine kleine Offenbarung. Trotzdem mag ich wirklich ungern auf die Zutatenliste dieser zuckrigen Monster schauen, da vergeht einem nämlich gleich der Appetit. Sind trotzdem lecker. :D

Hier sehen sie die wilde Schokolade in ihrem natürlichen Lebensraum. Vorsicht, sie befindet sich gerade auf der Jagd.
Internet-Fasten-Fail
Wenn wir schon mal dabei sind: mein Internetfasten ging ja sowas von Nachhinten los. Klar, hatte ich meinen Laptop zu Hause gelassen, aber durch die 100happydays Challenge wurde ich ständig dazu verleitet bei Instagram nachzuschauen. Wenn auch nicht so oft, wie sonst, aber trotzdem zu viel. Und dann habe ich nach meinem Lieblingsmöhrenkuchenrezept gesucht, weil wir spontan noch etwas backen wollten: also musste ich leeeeeiiider wieder ins Internet. Und dann musste ich natürlich googeln, ob Oreos wirklich vegan sind (ich konnte es nicht glauben): also musste ich leeeeeiiiiider noch mal ins Internet. Und so ging das weiter. Aber ich blicke positiv in die Zukunft. :) Es gibt da ein paar Möglichkeiten, wie ich meinen Internetkonsum etwas einschränken kann. (Dazu aber später mehr, wenn das alles ordentlich durchdacht wurde.) Und während meines Entzugs habe ich auch überall Menschen mit Smartphones und Tablets und den ganzen tollen Hightechkram gesehen, wie man auf den unteren Foto bestaunen kann.



Gedankenschnipsel
Ansonsten miste ich gerade unheimlich viel aus, versuche meinen Konsum einzuschränken und Alternativen für vieles zu finden. Das klingt jetzt vorbildlicher, als es vielleicht in Wirklichkeit ist. Ich sitze auch oft genug vor den bösen Online-Shops und fülle meinen Einkaufswagen, nur um dann in letzter Sekunde wieder alles zu verwerfen, weil meine innere Stimme die Augen verdreht (ja, eine Stimme kann sowas auch) und schon leicht genervt bemerkt: Phine, du braucht keine drei blauen Kleider in leicht unterschiedlichen Farbnuancen! Du lebst doch sowieso in deinem Pyjama! Und Fashionblogger wirste auch nicht mehr! Also wozu so viele Klamotten? Denk doch mal an deinen ökologischen Fußabdruck! Aber gut, dann hör halt nicht auf mich, aber komm ja nicht wieder in drei Monaten an und beschwer dich, dass ich dich nicht gewarnt hätte.
Ganz leise und leicht eingeschnappt antworte ich dann: Du hast ja Recht. ABER DAS blaue Kleid ist so schön…und so ganz anders als die anderen blauen in meinem Kleiderschrank! Siehste!


Aber ich merke insgeheim, wie ich immer weniger Rechtfertigungen finde und wirklich etwas ändern möchte. Manchmal denke ich daran, wie gut es mir geht. Meine Grundbedürfnisse sind gesichert, ich leide nicht Hunger, ich habe ein Dach über den Kopf und Internetzugang. Ich kann mich informieren, ich kann mich frei entscheiden was ich konsumiere und wen oder was ich unterstütze. Wieso sollte ich diese Möglichkeit also nicht nutzen? Ich habe die Zeit und die Freiheit mir über solche Dinge Gedanken zu machen. Viele Menschen haben diese Möglichkeit nicht, weil sie damit beschäftigt sind irgendwie über die Runden zu kommen.
Ich möchte meinen Konsum kritischer betrachten: Was landet in meinem Einkaufskorb? Was schmiere ich mir eigentlich aufs Gesicht? Wer fabriziert eigentlich die Kleidung an meinem Körper? Jede Konsumentscheidung die ich treffe (oder auch die Entscheidung mal nicht zu konsumieren) hat Bedeutung. Ich glaube, manchmal ist es wichtig, sich klar zu machen, dass man nicht nur eine kleine Ameise in der großen weiten Welt ist, sondern so einiges bewirken kann.

Okay der Post hat irgendwie noch eine seltsame Wendung genommen. ^^
Ich hoffe ihr hattet ein schönes Ostern und tolle freie Tage. Ich wünsche euch noch ein schönen Frühlingssonntag.:)